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 Natürliche Ernährung

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misterbrown
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BeitragThema: Natürliche Ernährung   30.06.16 13:09

Hallo zusammen

da heisst es doch immer, Chinchillas fressen nur trockenes, karges und faserreiches Futter. Gemessen an diesen Aussagen finde ich auf Euren Tellern geradezu üppig viel frisches Obst.

Unsere Chins haben wir erst kürzlich "second Hand" von einem Jungen Ehepaar, welches weder Platz noch Zeit hatte, sich genügend um die drei Tierchen zu kümmern. Es ist ein Päärchen mit dem Jungtier (männlich) vom August 2015.

Inzwischen sind es fünf Chinchillas, das Weibchen war bereits trächtig, als wir sie bekommen hatten. Die Männchen sind jetzt kastriert, die beiden kleinen Fellbälle allerliebst und bereits rege am rummrennen, rumtollen, anknabbern etc. Die Gruppe versteht sich prächtig, alles eitel sonnenschein.

Wir haben schon festgestellt, dass sich viele Aussagen von sogenannten Experten im Internet widersprechen. Ich möchte die Ernährung langsam auf möglichst natürliche Kost umstellen.

Unsere Tiere lieben zum Fressen alles, was hart ist, also zB Kleesamentaler, getreidefreie Leckerlies in Form von Drops oder Knabbersticks. Unser selbst-gesammeltes und -getrocknetes Heu aus Löwenzahn, Klee, Gänseblümchen und Esparsetten lieben sie sehr. Dazu gibt es Apfelhölzer, Weidenzweige und Haselnuss Aeste mit Blättern und allerlei Holz zum rumknabbern.
Von den Sämereien wie Quinoah, Ghia und Amaranth fressen sie nur die Ghia-Samen.
Daneben fressen sie immer noch Pellets, allerdings nicht so viel.


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Udo & Lance (mit Daisy, Tandy und Sohn Bambi, plus Minny und Mickey)
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Murx Pickwick
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BeitragThema: Re: Natürliche Ernährung   30.06.16 17:53

Damit fehlt nicht mehr viel zu einer kompletten Umstellung.

Das Heu ist von der Zusammensetzung schonmal sehr gut, da Klee drin ist und die Mäuse offenbar keine Probleme damit haben, kann also nun angefangen werden, noch einen Napf mit möglichst vielen verschiedenen getrockneten Kräutern anzubieten. Dazu kannst du entweder draußen sammeln und trocknen (sind in Deutschland immerhin über 1500 Pflanzenarten, die verfüttert werden können) oder du bestellst dir Kräuter im Internet.
Beim Sammeln kannst du selbst die Qualität deiner Kräuter bestimmen - beim Bestellen übers Internet kaufst du stets auf Vertrauen - wenn du Pech hast, ist das Zeug so zerbröselt, daß es kein Chin mehr freiwillig futtert.

Empfehlenswert ist ein "Medikamentenkasten" für die Chins, ein Napf mit Gewürzen.
Die Gewürze, die wir in unser Futter packen, packen wir deshalb da rein, damit das Essen bekömmlicher wird - und genau das können auch Chinchillas nutzen.
In diesen Gewürznapf darf beispielsweise rein:
Kümmel, Schwarzkümmel, Kreuzkümmel, süßer und bitterer Fenchel, Wacholderbeeren, Zimtstangen, Ajowan, Paprikasamen, Koriander und was man halt noch so im Gewürzregal findet. Wichtig ist nur - auf gar keinen Fall gemahlene Gewürze, die Gewürze müssen noch ganz sein!
Es wird gewöhnlicherweise nur sehr, sehr wenig aus diesem Napf gefuttert, da nur bei Bedarf sich das rausgeholt wird, was die Chins wirklich brauchen. Damit lohnt es sich, die Gewürze in Bio anzubieten ... das mag zwar erstmal teuer erscheinen, aber bei dem geringen Verbrauch ist das gar nicht mehr so teuer.

Du kannst eigentlich jetzt schon mit Frischfutter anfangen - beste sind Äste samt Blättern für den Anfang, so gewöhnen sich auch empfindlichere Chinchillas recht schnell an Frischkost, ohne daß Blähungen zu befürchten sind. Wird das gut angenommen und vertragen, kannst du innerhalb von zwei bis drei Tagen mit frischgepflückten Wildkräutern nachziehen:
Schachtelhalm, Nelkenwurz, Löwenzahn, Gänseblümchen, Vogelmiere, Wicken, Winden, weißer Gänsefuß, Wiesenbärenklau, Flockenblumen, Witwenblumen, Knoblauchrauke, Gänsedisteln, Stachellattich, Wegerich, Wegwarten, Fingerkräuter, Labkräuter, Esparsette, diverse Gräser und vieles mehr ist frisch für Chinchillas unproblematisch.

An Gemüse eignen sich vor allem Apfel, Chicoree, Möhrenblätter, Endiviensalat, Feldsalat, Postelein, Rucula und ähnliches, manche Chins lassen sich sogar an Möhren, Pastinaken etc gewöhnen. Das ist allerdings nun im Sommer nur Beikost. Im allgemeinen werden Wildpflanzen deutlich lieber gefressen.
Problematisch sind Gartensalate (Kopfsalat z. B.) ... die würd ich erst nach ein paar Wochen anbieten, einfach weil sie aufgrund der fehlenden Bitterstoffe, des oft hohen Nitratgehaltes, der schlabberigen Cellulosestruktur und dem hohen Wassergehalt teilweise zu Verdauungsbeschwerden bei verschiedenen Pflanzenfressern führen. Da sollten die Chins schon gelernt haben, zu selektieren, damit da nix passiert.

Wo du aufpassen solltest, ist Klee und Kohl - auch, wenn Klee getrocknet vertragen wird, kann es in Verbindung mit den Pellets mit frischem Klee und Kohl zu Blähungen führen ... heißt also, der sichere Weg wäre, zu warten, bis die Chins so gut wie keine Pellets mehr über mehrere Monate fressen, dann ist immer noch früh genug für frischen Kohl und Klee. Da du getrockneten Klee im selbst gesammelten Heu hast, sollte das kein Problem mit der Eiweißversorgung geben, wenn kein frischer Klee gefüttert wird.

Mit den Ghia-Samen meinst du Chiasamen?
Die werden hauptsächlich gefressen, wenn bislang zuwenig essentielle Fettsäuren im Futter waren - das passiert schnell, wenn die Chins hauptsächlich mit Pellets gefüttert werden. Du kannst nun entgegensteuern, indem du nun die Saaten anreicherst mit Leinsaat, Leindotter, Sesam und Mariendistelsamen. Auch Mandeln sind sehr empfehlenswert (wenn du Biomandeln holst, hol besser die "süßen" Mandeln ... bei den Bittermandeln aus Bioanbau haben einige Mandeln einen extrem hohen Gehalt an cyanogenen Glycosiden. Das macht zwar den Chins nicht aus, die spucken die Mandeln dir notfalls vor die Füße, wenn davon zuviel drin ist, aber ist natürlich nicht unbedingt Sinn der Sache, etwas zu holen, was eh nicht gefuttert wird.)

Sobald die Chins freiwillig keine Pellets mehr anrühren, weißt du, daß alles in deinem Futter drin ist, was sie brauchen ... ansonsten wühl dich einfach hier durchs Forum, ich denke, du wirst eine Menge Anregungen bekommen, was man noch so alles den Chins verfüttern kann Very Happy

Grundsätzlich kann man gerade bei Chinchillas immer wieder beobachten - je schneller auf unverarbeitete Kost einschließlich Frischkost umgestellt wird (ohne radikales Weglassen von Pellets, so daß sich die Chins selbst umstellen können), desto weniger Probleme gibt es.

Noch ein Wort zu den Experten im Netz ...
Es wird auch immer noch behauptet, Chinchillas kämen in einer Höhe von über 5000m Höhe vor ... totaler Kappes, da kommen ja nicht mal mehr die Kurzschwanzchinchillas vor, weil da kein Chinchilla mehr was zu futtern finden würde und es arg kalt und extrem frostigwindig ist. Auf 5000m wachsen fast nur noch Flechten, Algen und einige äußerst langsam wachsende, ausdauernde Pflanzen ... selbst die Vikunjas treten da immer wieder die Reise in tiefere Lagen an, um etwas zu futtern zu finden, weil es soweit oben nunmal nix zu Beißen gibt für Pflanzenfresser.

In Hobbyhaltung gibts nur noch das Langschwanzchinchilla, und das kommt in den Vorbergen der Anden vor ... von 500m bis in eine Höhe von höchstens 1500m und nur in Chile! Wir haben hier ein eher mediterranes Klima, vor allem im ehemaligen Verbreitungsgebiet haben wir ein sehr reichhaltiges Pflanzenwachstum mit vielen dornen- und stachelbewährten Pflanzen, die nach Regen extrem schnell wachsen und anfangen zu blühen. In der warmen Jahreszeit fällt oft sowenig Regen, daß die meisten Pflanzen austrocknen und nur noch in speziellen Wasserspeichern Wasser halten (beispielsweise bei einigen sukkulenten Pflanzen in speziellen dicken Blättern, oder einige Speichern Wasser auch in den Wurzeln oder dem Stamm). Dann sieht die Welt dort recht trocken aus und die Chinchillas stellen ihre Ernährung auf trockenere Kost, Früchten und Sämereien um. Wir können das nach Umstellung nach einer Weile bei fast allen unseren Chins im Winter sehen - dann, wenn in Chile die warme Jahreszeit ist.
Ansonsten müssen Chinchillas sich innerhalb von Tagen von einer extremen Trockenernährung auf eine extreme Frischkosternährung umstellen können und wieder zurück - das können sie auch noch bei uns in Gefangenschaft problemlos, deshalb gibts in der Umstellung auf Frischkost bei Chinchillas fast nie Probleme.
(Wer anderes behauptet, hat es nie selbst ausprobiert, sondern nur abgeschrieben ... )

Auch die Behauptung, im Verbreitungsgebiet der Chinchillas kämen keine Früchte vor oder sie würden da nicht rankommen, ist schlichtweg falsch ... man kann beobachten, daß Chinchillas in Chile beispielsweise die Früchte der Berberitzen futtern. Auch andere beerenartige Früchte, die dort vorkommen, werden durchaus nicht verschmäht!
Dafür muß natürlich auch in Gefangenschaft ein Ersatz her ... und entweder, du sammelst viel Wildfrüchte, wie Berberitzen, Vogelbeeren, Blaubeeren, Hagebutten, Brombeeren etc und fütterst die als Ersatz - oder du greifst auf das zurück, was an der Obsttheke so zu finden ist. Gerade Apfel hat sich als Ersatz für die Früchte in Chile bestens bewährt.
Richtig ist allerdings auch, daß man mit Früchten und Gemüse keine Kräuter ersetzen kann ... Kräuter (insbesondere Wildkräuter) und Blüten sind nunmal Hauptkost. Liefert man die zuwenig, wirkt sich das früher oder später auf die Gesundheit aus.
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misterbrown
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BeitragThema: Re: Natürliche Ernährung   18.07.16 11:45

Hallo und danke schön

ja, das mit dem Frischfutter braucht wirklich Geduld.
Karotte und Apfel fresson sie getrocknet aber frisch interessiert es sie überhaupt nicht.
Wir haben jetzt aber schon fleissig immer wieder etwas gesammelt und langsam geht es bergauf. Ein klein wenig geben wir frisch, der Rest wird sorgfältig getrocknet und für später bewahrt.
Inzwischen mögen sie frische Kornblumen, Esparsetten, Löwenzahn, Gräser mit Aehrenartigen Samen, Schilf, Maisblätter und Bambus. Auch Chicoree fressen sie ein wenig.
Sie lieben getrocknete Berberitzenbeeren, das kommt immer gut an. Ebenso getrocknete Hibsicus- und Malvenblüten.
Sämereien fressen sie vor allem Chia und Mariendistel. ich reiche eine kleine Schale mit Schwarzkümmel, Amaranth, Quinoah, Chia sowie Klee- Floh- und Distelsamen.
Also können wir damit rechnen dass die Kleinen gegen Winter eher frisches fressen?

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BeitragThema: Re: Natürliche Ernährung   21.07.16 21:42

Hi,

ich habe auf unserer Infoseite näheres zur naturnahen Chinernährung geschrieben. Bitte lies doch dort bitte ein und wenn du immernoch Fragen hast, nur her damit: http://chinchilla-scientia.de/index.php?id=naturnahe_chinchillaernaehrung


Zitat :
das heisst es doch immer, chins fressen nur trockenes, karges und faserreiches futter. gemessen an diesen Aussagen finde ich auf Euren Tellern geradezu viel frisches Obst.
Nur getrochnet ernährne sich Chins nicht, siehe Link oben. So sieht es im Chinchillareservat aus: http://www.chinchillaschutzforum.com/t1628-fb-bilder-des-reserva-nacional-las-chinchillas-wildchinchillas-co-einer-privatperson
Karg ist irgendein undefinierbares, sinnfreies Wort... Chins sind Herbivore, sprich sie fressen überwiegend Gräser, Kräuter und Zweige, aber eben a u c h Saaten, Früchte und Wurzeln.


Zitat :
Also können wir damit rechnen dass die Kleinen gegen Winter eher frisches fressen?
Meine haben Phasen, in denen sie sich primär von Frischem ernähren, dann wieder überwiegend Getrocknetes bevorzugen. das ändert sich immer wieder, auch generell die Vorliegen bezüglich der Pflanzensorten. ich biete immer beides an, sodass sie sich aussuchen können, was sie gerade möchten und brauchen.

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Tierquälerei beginnt schon bei der Missachtung der natürlichen Bedürfnisse von Tieren.
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BeitragThema: Re: Natürliche Ernährung   08.08.16 7:05

Gegen Winter werden sie eher Getrocknetes fressen (ein wenig Frisches geht allerdings immer und ist auch notwendig, damit die Blase gut durchgespühlt wird, Chinchillas trinken nicht genug dafür) - Chile liegt auf der Südhalbkugel der Erde, wenn dort Sommer ist, ist bei uns Winter.

Den Chinchillas ist angeboren, wann in Chile Sommer und Winter sind - das ist unser Glück, denn in Chile ist der Sommer durch seine Trockenheit die Magerzeit, wo weniger Frisches gefunden werden kann, bei uns ist es der frostige Winter. Heißt also, wenn bei uns das Grün sprießt und gedeiht, futtern die Chins sowohl in Chile, als auch bei uns deutlich mehr Frisches, wenn es bei uns zu frosten anfängt, fängt in Chile der trockene Sommer an und die Chins schwenken um auf trockenere Kost, Sämereien und Früchte.

Nun müssen sich Chinchillas in Chile auch an besonders trockene oder besonders feuchte Jahre anpassen können - das tun sie auch. Wenn man in der Zeit, wo die Chins von sich aus viel Frisches futtern wollen, viel getrocknetes gibt und die Frischkost nur noch sehr wenig füttert, stellen sie sich um auf Trockenzeit und futtern nun von sich aus weniger Frisches.
Gibt man im Winter besonders viel leckeres Frisches, werden sie davon im Winter auch mehr futtern ...

Auch die Auswahl des Futters bestimmt, ob eher Frisches oder Getrocknetes gefressen wird.

Am besten ist es immer, man bietet sowohl Getrocknetes in hoher Artenzahl, als auch Frisches an, dann kann man nix falsch machen - die Chins wissen schon, was sie brauchen, da kann man sich, was Pflanzen angeht, drauf verlassen.

Du kannst in deine Saatenmischung nun auch Leinsaat und, wenn du herbekommst, auch Leindotter anbieten. Beide sind gut für den Darm und sie bieten jede Menge essentielle Fettsäuren. Viele Chins freuen sich, wenn sie ab und an eine Mandel zugesteckt bekommen.
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BeitragThema: Re: Natürliche Ernährung   08.08.16 16:56

Hallo Pickwick

Ja, die Tierchen fressen nach wie vor wenig frisches, aber wir bieten wie empfohlen beides an. Ein paar Sachen werden erst gefressen, wenn es getrocknet ist. Aber das passt.

Wir haben Zimmerpflanzen wie Golliwog, Mülbekia und Katzengrass gekauft. Das katzengras ist BIO und sie haben es inner zwei Nächten vollständig verputzt. Mit den anderen Pflanzen warte ich noch ein wenig zu. Grünlilie wird auch gerne genommen, die Dreimasterblume jedoch interessiert überhaupt nicht.

Der Hit sind immer nich die selber getrockneten Apfelstückchen und das getrocknete Grass oder Blumen (Crispy leaves).

Die Jungen sind inzwischen schon 240gramm und die probieren eher was neues aus als die älteren Tiere. Aber ich denke, es kommt langsam aber sicher.


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BeitragThema: Re: Natürliche Ernährung   02.09.16 10:01

News von der Grünfutterfront:

Inwischen fressen die plüschigen Nager praktisch keine Pellets mehr. Allerdings werden die getreiefreien Drops (Karotte oder Rote Beete) immer noch gerne genommen und auch ab und zu Erbsen- oder Rote Beete -Ringe
Auf dem Weg nach Hause habe ich meine Örtchen gefunden, wo es gutes und sauberes Frischfutter gibt. Da nehme ich mir ein wenig Löwenzahn, Klee, Esparsette oder Luzerne mit. Wenn ich eine Distel finde, um so besser. An einer Berberitzenhecke schneide ich einen frischen Zweig ab, mal einen roten, dann wieder einen grünen. Zusätzlich noch Zweige vom Apfel- oder Birnbaum oder Haselnuss.

Disteln und Berberitzen lieben sie, dann kommt Löwenzahn und Kleeartiges

Das Katzengras ist nach wie vor jeden Morgen völlig abgefressen, Golliwog und Kalisie werden auch gerne genommen

Der Hit sind nach wie vor:
-getrocknete Apfelringe (machen wir selber)
-getrocknete Berberitzenbeeren (von mixerama)
-getrocknete Malvenblüten (von mixerama)
-getrocknete Hybiscusblüten (von mixerama)

bei den Saaten haben Sonnenblumenkerne und Leinsamen das Rennen gemacht, daneben ein wenig Chia und Kanariensaat
Wir haben einen kleinen Tonuntersetzer mit einer Mischung drin, was aber jeden Morgen vollständig gefressen ist, sind eben diese Favoriten

Also es geht bergauf, sie lieben Abwechslung, das Futter ist im ganzen Gästezimmer und in kleinen Näpfen in beiden Käfigen verteilt.

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BeitragThema: Re: Natürliche Ernährung   02.09.16 16:06

In Chile im ehemaligen Verbreitungsgebiet der Chins ist vieles bedornt und bestachelt, es gibt sogar Sauerklee mit Dornen ... es scheint unseren Chinchillas angeboren zu sein, genau dieses Stachelgedöns zu suchen und gern zu fressen.

Mit Disteln sollte man insofern aufpassen, daß viele Disteln im trockenen Zustand ihre Stacheln sehr leicht verlieren. Gerade die heftigen Disteln sollten deshalb nur frisch angeboten werden - wenn sie antrocknen, besser entfernen.
Es gab in der Vergangenheit bisweilen Verletzungen durch getrocknete Disteln.

Die Grenze, ab wann es offenbar für die Chins im getrockneten Zustand gefährlich wird, scheinen Mariendisteln zu sein - die gehen getrocknet noch, schon die Ackerkratzdistel scheint ein gewisses Gefahrenpotential im getrockneten Zustand darzustellen.
Wie gesagt - frisch sind alle Disteln gesund ... nur getrocknet muß man ein wenig aufpassen.

Ansonsten hört sich das doch inzwischen richtig gut an bei dir Very Happy
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BeitragThema: Re: Natürliche Ernährung   15.09.16 9:15

Ja, das finde ich auch, vielen Dank

Pellets werden gelegentlich noch genommen, aber nur noch in äusserst kleinen Mengen.

Hat jemand Erfahrung mit der Fütterung von Kornelkirschen? Wir haben neulich ein paar reife Exemplare von einem Strauch genommen und dann an unauffälliger Stelle hingelegt. Nach ein paar Tagen haben wir tatsächlich abgenagte Steine gefunden.
Meine Chins probieren alles, aber sehr vorsichtig (Blattspitzenselektierer scheint mit ein passender Begriff zu sein), anscheinend haben sie dann schliesslich diese Früchte gegessen.

Hagebutten werden in getrockneter Form verschmäht, aber neulich habe ich eine frische in kleine Stücke geschnitten, und diese wurden auch angenommen. Bei der Reinigung des Zimmers morgen werden wir dann sehen, ob sie nur verschleppt wurden oder tatsächlich gefressen.

Wie sieht es mit Kakteen aus? Kann man Euphorbia Acruresis verfüttern? Oder nur den Weihnachtskaktus?

Ich wünsche allen einen schönen Herbst!

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BeitragThema: Re: Natürliche Ernährung   15.09.16 12:02

Ich war richtig stolz, als ich endlich nen Kornelkirschenbaum fand, den ich plündern durfte - das Ergebnis bei mir war sehr enttäuschend. Die Kornelkirschen wurden probiert und dann liegengelassen, ich mußte sie entsorgen. Blätter und Rinde blieben auch unangetastet.
Nächstes Jahr, wenn die Kornelkirsche blüht, werde ich es mit den Blüten versuchen.

Kakteen sind im Allgemeinen meist unproblematisch - aber Euphorbia acruresis ist ein Wolfsmilchgewächs, kein Kaktus!
Die Wolfsmilchgewächse haben im Milchsaft ätzende und brennende Substanzen als Eigenschutz. Zwar sind diese Wirkstoffe für Chins nicht tödlich, aber gelangen sie in die Schleimhäute, brennen sie sehr stark. Bei einigen ausländischen Euphorbien ist das so krass, daß wenn der Milchsaft in kleinsten Mengen in die Augen gerät, sogar eine vorübergehende Blindheit einsetzen kann. Das Augenbrennen, was dabei einsetzt, wünsch ich meinem schlimmsten Feind nicht. Das ist heftiger, wie wenn man sich Chili in die Augen reibt.
Die heimischen Wolfsmilchgewächse sind da nicht so krass drauf, aber Euphorbia acruresis gehört nicht nur zu den Ausländern, sondern auch noch zu den heftigeren Wolfsmilchgewächsen, den sollte man nur mit Handschuhen beschneiden.
Für die Chins ist der nix ...

Der Weihnachtskaktus (Schlumbergera) dagegen ist tatsächlich ein Kaktus. Die Blüten werden zumindest bei mir sehr gern gefuttert. Bei ner Bekannten wurde gleich der gesamte Kaktus vernichtet, sie hatte ihn nicht gut genug vor den Wollmäusen geschützt - nun, Kaktus tot, Chins putzmunter Very Happy
Sonst scheint es bislang keine Erfahrungen mit den grünen Teilen vom Weihnachtskaktus zu geben.
Fazit:
Die Blüten sind gut ausgetestet, unproblematisch und offenbar äußerst lecker, zur Verträglichkeit der grünen Teile gibts nur wenige Erfahrungen, scheint jedoch auch verträglich zu sein.
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misterbrown
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BeitragThema: Re: Natürliche Ernährung   15.09.16 14:11

Hallo

oh, das klingt gut und ist gut zu wissen... Euphorbia Acrurensis also nicht.

Dann werde ich mir einen Weihnachtskaktus kaufen und den nach ein paar Monaten als Futter anbieten.

Die Mühlenbekia wird jeweils komplett niedergemacht und Golliwog auch. Ebenso das Katzengras.
Grünlilie und Dreimasterblume muss ich noch etwas warten, habe ich eben erst gekauft.

Sonst gibt es täglich frischen Löwenzahn, Schilf oder Gräser und Luzerne / Esparsette / Klee was ich grad finden kann

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