Chinchillavermittlungsforum

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 Epiphyllum (Kakteen)

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frau_k
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BeitragThema: Epiphyllum (Kakteen)   29.04.15 12:48

Hallo winke

mein Epiphyllum blüht gerade ganz toll. großes Herz

Weiß jemand, ob die Blüten für Chinchillas ok sind? Da ich die verblühten Blüten abschneiden möchte, wäre das ja nicht schlecht (zumal die Blüten riesig sind).

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Murx Pickwick
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BeitragThema: Re: Epiphyllum (Kakteen)   29.04.15 19:20

Ich weiß, daß die Früchte eßbar sind ... auch für uns Menschen. Inwieweit auch die Blüten eßbar sind, weiß ich nicht - sie sollten allerdings, ich kenne bislang keinen Kaktus, dessen Blüten unbekömmlich wären, gibt nur welche, die nicht schmecken.

Insofern wäre es einen Versuch wert ... wenn du auf Nummer sicher gehen willst, läßt du es lieber.

Dazu kommt, Chinchillas haben sich an solch Stachelgedöns erstaunlich gut angepaßt ... selbst mein Peyotl wurde in einem unbeobachteten Augenblick folgenfrei vollständig aufgemampft (Auch wenn ich sonst bereit bin, alles Freßbare mit den Chins zu teilen - den Peyotl hätt ich eigentlich lieber unangefressen behalten, so häufig bekommt man die schließlich nicht und der hatte mich über Jahre überlebt!). Vermutlich gibts keine für Chins wirklich giftigen Kakteen.
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frau_k
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BeitragThema: Re: Epiphyllum (Kakteen)   30.04.15 6:31

Oh, dein armer Kaktus. Das täte mir auch sehr leid.

Ich habe mittlerweile alle Sukkulenten außer Reichweite der Stinker gestellt, weil es da auch zu Zwischenfällen gekommen ist. Meine Sukkulenten sind zwar alle harmlos, aber als sich einer der Bösewichte in einem unachtsamen Moment meine selbst gezogene Echeveria genehmigt hat, war der Spaß vorbei.

Nachdem ich das hier gelesen hatte, waren meine Rest-Bedenken auch eher vorbei:
http://www.schildkroetenforum.net/phpbb3/kakteenblueten-t1985.html

Ich denke auch, Chins gehören zu den robusteren Tieren, was sowas angeht (Euphorbien würde ich allerdings niemals nicht füttern).

Ich habe ihnen eine Blüte des Epiphyllums gegeben. Sie wurde probiert, aber noch nicht aufgefressen. Falls sie sie frisch nicht fressen, trockene ich sie und probiere es dann nochmal.
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frau_k
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BeitragThema: Re: Epiphyllum (Kakteen)   30.04.15 7:39

Ich möchte noch dazu sagen, dass ich auf die Idee kam, die Blüten zu verfüttern, weil Chinchillas Sukkulenten und deren Blüten offenbar sehr gerne fressen. Außerdem halte ich diesen speziellen Kakuts für harmlos und habe nichts gegenteiliges gefunden.
(Nicht dass jemand denkt, ich würde Chinchillas mit Reptilien vergleichen oder so.)
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Murx Pickwick
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BeitragThema: Re: Epiphyllum (Kakteen)   30.04.15 13:44

Dabei ist dieser Vergleich gar nicht sooo abwegig ... die meisten Reptilien haben einen sehr ursprünglichen Magen-Darm-Trakt (vor allem die Schildkröten) mit nur wenigen Anpassungen. Selbst ausgesprochene Pflanzenfresser unter den Reptilien haben kaum Anpassungen an Pflanzengifte entwickelt, so daß sie Pflanzengifte nicht neutralisieren können.
Erschwerend kommt bei ihnen der langsame Stoffwechsel hinzu - sie brauchen zwar im Vergleich zu Säugern nur extrem wenig Futter, aber was an Fressi drin ist, ist drin ... Pflanzengifte können sich so deutlich effektiver im Körper breitmachen und Schäden anstellen.
Die meisten Reptilien müssen sich also vorher ihre Nahrung schon sehr, sehr gut anschauen und sie prüfen, bevor sie die fressen, weil sie sich sonst relativ schnell vergiften würden.

Anders beim Chinchilla, wir haben gerade beim Chinchilla eine ganze Reihe von Anpassungen an giftige Kost, angefangen von extremen Mahlzähnen, welche durch Dornen und Stacheln gefährliche Nahrung schon lange, bevor sie in den Magen kommt, zermalmen und zu Brei verarbeiten können, über etlichen Enzymen, welche beispielsweise in der Lage sind, die Alkaloide der Greiskräuter zu harmlosen und nahrhaften Aminosäuren umzuwandeln bis hin zu einer sehr effizienten Galle, welche Öle und Fette schon im Magen zerlegen kann. Weiterhin werden Mikroben aller Arten, einschließlich von gefährlichen Krankheitserregern, schon im Rachen und der oberen Speiseröhre abgefangen und unschädlich gemacht, was das Immunsystem überlebt, wird von der Magensäure im Magen geplättet (die Magensäure ist der einzige echte Schutz der Schildkröten vor Invasion gefährlicher Krankheitserreger).

Doch damit nicht genug ... im Dünndarm werden nur sorgfältig zerlegte kleine Moleküle, wie Zucker, Mineralstoffe, Vitamine etc aufgenommen, großmolekülige Pflanzengifte, die im Magen nicht verarbeitet werden konnten (Saponine z. B. ), können da nicht durch die Darmwand und bleiben im Darm, wo sie harmlos fürs Chins sind.
Dann kommt der Dickdarm und der Blinddarm - wobei an der Übergangsstelle von Dünndarm zu Dickdarm nochmal das Immunsystem lauert und alles killt, was aus dem Dickdarm droht, in den Dünndarm einzuwandern.
Im Blinddarm können weitere Gifte und unverdauliche Bestandteile von den dortigen Blinddarmmikroben zerlegt werden und in wertvolles Bakterieneiweiß´umgewandelt werden. Was dort nicht mehr genutzt werden kann, geht in den Dickdarm - und wird so umgebaut, daß vor allem die schnellfressenden und sich schnell vermehrenden Mikroben im Dickdarm im Wachstum gehemmt werden oder sogar regelrecht umgebracht werden, so daß sich Hefen, Chlostridien, Escherichia coli und wie sie alle heißen, erst gar nicht übermäßig vermehren können ...

Chinchillas können deshalb ausnahmslos alle Pflanzen futtern, welche auch von beispielsweise griechischen Landschildkröten vertragen werden - umgekehrt allerdings kann es fatal für die Schildkröte ausgehen, wenn sie alle Pflanzen durchprobiert, welche von Chinchillas schadlos gefressen werden können.

Auf der anderen Seite ist es allerdings wieder so, daß der deutlich einfachere Verdauungstrakt der Reptilien, vor allem der Schildkröten, deutlich robuster auf Pellets reagiert ... es ist halt guter Nahrungsbrei, der Magen hat dann nicht mehr so viel zu tun, um das Zeug kleinzukriegen, sonst passiert da eigentlich nicht viel (außer daß die Reptilien von Zuviel natürlich auch zu dick werden können).
Bei den Chinchillas sind Pellets ohne Pflanzen dagegen fatal - es fehlen nun genau die vielen Pflanzengifte, an die sie sich über die Jahrmillionen angepaßt haben! Ihnen fehlen nun die Gifte, welche ihnen den Darm frei von unliebsamen Mikroben halten. Es werden unnütz Enzyme hergestellt, die nur noch tatenlos im Magen umherschwimmen und Däumchen drehen. Die Zähne können nicht mehr abgenutzt werden, die kräftige Kaumuskulatur bildet sich zurück - und da bei den Chins die Kaumuskulatur sehr eng mit der Schluckmuskulatur verzahnt ist, fällt ihnen über die Jahre auch das Schlucken schwerer usw usf ...
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frau_k
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BeitragThema: Re: Epiphyllum (Kakteen)   30.04.15 15:06

Danke für deine ausführlichen Infos.

Im Winter hatte ich die Chinchillas Blüten (und teilweise auch Blätter) einer Schlumbergera (Weihnachtskaktus) fressen lassen, weil sie offenbar sehr lecker waren (die Stinker sind immer wieder zu dem Kaktus hin).
Dieser Kaktus wäre vielleicht interessanter für die Chinchilla-Ernährung, da er relativ viele Blüten produziert und eben Frischfutter im Winter bieten könnte. (Ob er jetzt irgendwas Sinnvolles an Inhaltsstoffen bietet, ist eine andere Frage.)
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Murx Pickwick
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BeitragThema: Re: Epiphyllum (Kakteen)   30.04.15 16:56

Die Blüten (in geringerem Umfang allerdings auch die grünen Sproßteile) der Schlumbergera enthalten große Mengen an Anthocyanen, Flavonoiden und Carotinoiden, welche erst die rote Farbe der Blüten erzeugen (und gemeinsam mit Chlorophyll dunkelgrün ergeben).
Anthocyane werden zu einem großen Teil schon im Maul von Bakterien abgebaut, alles, was diesen Abbau überlebt, gelangt irgendwann in den Blinddarm, wo es die Blinddarmgesellschaft füttert.

Ansonsten sagt man diesen roten Pflanzenfarbstoffen nach, daß sie als Radikale wirken würden und Tumore verhindern könnten ... naja, nachgewiesen ist da bislang gar nix.
Allerdings werden Carotinoide und Flavonoide an mehreren Stellen im Körper gespeichert, jeder einzelne Stoff dieser Stoffklassen in für sie typischem Gewebe. Unter den Carotinoiden sind auch viele bei, welche die Chinchilla zu Vitamin A (Retinol) umwandeln können, das bekannteste davon ist Beta-Carotin. Man kann also von ausgehen, daß auch die Carotinoide und Flavonoide, wo man noch keine Wirkung zu weiß, eine wichtige Funktion im Körper haben - so wichtig, daß sie gespeichert werden, um sie bei Bedarf ihrer Aufgabe zuzuführen.

Traditionell gelten Kaktusblüten in Mittelamerika als 'Stärkend für die Manneskraft, sie sollen das Immunsystem und die Blase stärken. Untersuchungen dazu gibt es scheinbar bislang noch nicht, für keine Kaktusblüte. Zumindest hab ich dazu bislang noch nix gefunden.

Also genau wie andere Pflanzen auch enthalten die Blüten von Schlumbergera interessante Inhaltsstoffe. Man findet die zwar auch in den meisten anderen Pflanzen, aber halt in anderer Zusammensetzung, so daß sie helfen, daß die Chins das, was sie brauchen, besser miteinander kombinieren können, um die optimale Mischung an Pflanzenwirkstoffen aufzunehmen. Es ist allerdings auch nicht so schlimm, wenn sie in der Ernährung fehlen - eben weil die Wirkstoffe, die man in den Pflanzen findet, meist in fast allen Pflanzen irgendwie irgendwo vorhanden sind, gibt nur relativ wenige dieser Tausenden von Wirkstoffen, die nur in wenigen Pflanzentaxa enthalten sind.
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BeitragThema: Re: Epiphyllum (Kakteen)   03.05.15 12:33

Danke für die vielen Infos.

Wenn ich die Schlumbergera zum Blühen bewegen kann, wird sie wieder verfüttert.
Diesen Winter war das natürlich nicht so gut , da die aus dem Laden ja immer schwer gedüngt kommen, aber im kommenden Winter wird das wohl einigermaßen abgebaut sein.
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BeitragThema: Re: Epiphyllum (Kakteen)   30.06.15 12:27

Die frischen Blüten des Epiphyllums waren nicht so beliebt, aber die getrockneten werden gern gefressen.
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BeitragThema: Re: Epiphyllum (Kakteen)   13.08.15 6:34

Der Kaktus selber scheint auch beliebt zu sein. Ich hatte zwei abgebrochene Stecklinge zum Antrocknen an eine Stelle gelegt, die ich Dummerchen für nicht erreichbar für die Chins hielt, und einer wurde gefressen.

Mein Epiphyllum hat übrigens Früchte ausgebildet (obwohl ich ihn nicht bestäubt hatte). Eventuell werde ich die dann auch mal verfüttern.
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Murx Pickwick
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BeitragThema: Re: Epiphyllum (Kakteen)   13.08.15 7:59

Danke für die Rückmeldung Very Happy
Bin gespannt, wie die Früchte ankommen.
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frau_k
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BeitragThema: Re: Epiphyllum (Kakteen)   04.12.15 14:30

Für die Früchte haben sie sich gar nicht interessiert. Meine Chins mögen aber allgemein kaum frisches Obst. Daher hat das jetzt nicht unbedingt was zu bedeuten.

Demnächst werde ich wahrscheinlich die Pflanze stutzen und den Chins die entfernten Blätter anbieten.
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Flauschbälle
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BeitragThema: Re: Epiphyllum (Kakteen)   05.12.15 16:49

@ Frau_k:
Pflanzen können auch Nachtragend sein, wenn Deine Schlumbergera merkt, das Du jedesmal ihr die Blüten klaust überlegt sie sich für das nächste mal:" soll-ich-oder-soll-ich-nicht" zum blühen kommen! grins

Bis vor 3 Jahren hatte ich einen Bogenhanf ( Sansivieria), dieser wurde liebend gerne bis fast zur Unkenntlichkeit zernagt. Und der hatte mal ne stolze Größe von 60cm. Crying or Very sad

_________________
LG Flauschbälle mit KALKA, SURAY, PERU & RUKA großes Herz
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Das einmal das Wort
[u]TIERSCHUTZ[u]
geschaffen werden mußte,
ist wohl eine der blamabelsten
Angelegenheiten der
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     - Theodor Heuss -

Rolling Eyes Crying or Very sad
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frau_k
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BeitragThema: Re: Epiphyllum (Kakteen)   05.12.15 21:39

Ja, ich muss mich da mal beherrschen lernen. Die Schlumbergeras blühen ja derzeit wieder. Ich versuche, die Blüten dranzulassen, bis sie verblüht sind. Wobei die eine grad zickig mit blühen ist - sie schmeißt Knospen ab. Entweder ist sie böse, weil sie letztes Jahr von Chins angefressen wurde oder sie hängt zu dunkel.

Dein armer Bogenhanf. Meiner ist zum Glück nicht sehr beliebt bei den Stinkern (wurde nur leicht angenagt).
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