Chinchillavermittlungsforum

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 Frage zu Pellets, Saaten und Futtererweiterung

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Elch208
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BeitragThema: Frage zu Pellets, Saaten und Futtererweiterung   10.03.15 20:54

Hallo!
Hallo ihr lieben,
als unsere ersten beiden Fellnasen bei uns eingezogen sind hieß es ja noch, Pellets und Heu seien das allein selig machende. Sie bekamen immer Berkel- oder Ovator-Pellets, Heu und Kräuter.
Ich war lange nicht mehr intensiv in Chinchilla-Foren unterwegs und habe von daher auch nicht mitbekommen, dass es bei beiden in den letzten Jahren Qualitätsprobleme gegeben haben soll, bin erst jetzt darüber gestolpert.
Das Thema "naturnahe Ernährung" finde ich spannend, bei uns wird es jetzt auch mehr Kräuter etc. geben und weniger Pellets. Den Jungs schmeckt es auch prima, sie bekommen überall verteilt im Käfig auf den Brettern ein paar Häppchen angerichtet - macht wohl Spaß sich das zusammenzusuchen.
Mit den Samen bin ich allerdings noch unschlüssig was die Tiere da bekommen sollen - bislang hieß es doch immer, Nüsse etc. vermeiden. Daher wird es nicht sofort pelletfrei werden. Daher mein Problem: Welche Pelletmarke könnt ihr aktuell empfehlen? Ist Ovator/ Mifuma wieder tragbar? Meinen Chins schmeckt es, und ich kann sie direkt im Futterladen meines Vertrauens kaufen - daher würde ich dabei bleiben wenn nichts wesentliches dagegen spricht.
Danke vorab für einen Tip!
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Flauschbälle
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BeitragThema: Re: Frage zu Pellets, Saaten und Futtererweiterung   10.03.15 21:02

Ich beziehe sowohl die Pellets und auch die Kräuter- und Blütenmischungen von TIMA.
Getrocknetes Obst & Gemüse verwende ich von JR-Farm.

_________________
LG Flauschbälle mit KALKA, SURAY, PERU & RUKA großes Herz
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Das einmal das Wort
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geschaffen werden mußte,
ist wohl eine der blamabelsten
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Flora
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BeitragThema: Re: Frage zu Pellets, Saaten und Futtererweiterung   22.03.15 13:19

Elch208 schrieb:
Hallo!
Hallo ihr lieben,
als unsere ersten beiden Fellnasen bei uns eingezogen sind hieß es ja noch, Pellets und Heu seien das allein selig machende. Sie bekamen immer Berkel- oder Ovator-Pellets, Heu und Kräuter.
Ich war lange nicht mehr intensiv in Chinchilla-Foren unterwegs und habe von daher auch nicht mitbekommen, dass es bei beiden in den letzten Jahren Qualitätsprobleme gegeben haben soll, bin erst jetzt darüber gestolpert.
Das Thema "naturnahe Ernährung" finde ich spannend, bei uns wird es jetzt auch mehr Kräuter etc. geben und weniger Pellets. Den Jungs schmeckt es auch prima, sie bekommen überall verteilt im Käfig auf den Brettern ein paar Häppchen angerichtet - macht wohl Spaß sich das zusammenzusuchen.
Mit den Samen bin ich allerdings noch unschlüssig was die Tiere da bekommen sollen - bislang hieß es doch immer, Nüsse etc. vermeiden. Daher wird es nicht sofort pelletfrei werden. Daher mein Problem: Welche Pelletmarke könnt ihr aktuell empfehlen? Ist Ovator/ Mifuma wieder tragbar? Meinen Chins schmeckt es, und ich kann sie direkt im Futterladen meines Vertrauens kaufen - daher würde ich dabei bleiben wenn nichts wesentliches dagegen spricht.
Danke vorab für einen Tip!
Von Berkel und Ovator würde ich nach den Problemen und Skandalen, die ja mehrfach auftraten, Abstand nehmen.
Abgesehen davon gibt es Pellets, die eine viel bessere Zusammensetzung haben, hier unsere Liste: http://chinchilla-scientia.de/index.php?id=pelletliste

Bitte aber stets dran denken, dass Pellets bzw. Kraftfutter generell nicht das Hauptfutter sind, sondern viele verschiedenen Kräuter, Blüten, Blätter, Heu, Zweige und Frisches.


Elch schrieb:
Mit den Samen bin ich allerdings noch unschlüssig was die Tiere da bekommen sollen - bislang hieß es doch immer, Nüsse etc. vermeiden. Daher wird es nicht sofort pelletfrei werden.

Saaten bietet bzw führt man am besten erst ganz am Ende ein, da gibt es auch fertige Chinchillasämereienmischungen: http://www.chinchillaschutzforum.com/t4356-bezugsquellen-fur-fertige-fur-chins-geeignete-samereienmischungen

- Futterumstellung, -erweiterung: http://chinchilla-scientia.de/index.php?id=714
- alles zu Saaten: http://chinchilla-scientia.de/index.php?id=saemereien

_________________
Es grüßt Flora mit den Plüschbällchen Luise, Tobi, Kevin, Mathilda und Stuart großes Herz 

Tierquälerei beginnt schon bei der Missachtung der natürlichen Bedürfnisse von Tieren.
Prof. Dr. Helmut Pechlaner
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Elch208
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BeitragThema: Re: Frage zu Pellets, Saaten und Futtererweiterung   31.03.15 20:48

Hallo nochmal!
Vielen Dank für eure Antworten - so langsam geht es voran mit unserem umgestellten Speiseplan.
Bei uns gibt es jetzt das "Grünzeug" von Hansemann, die Blütenmischung "First Class" und dazu immer ein paar weitere Kräuter, die nicht in der Kräutermischung drin sind. Außerdem natürlich Heu und unterschiedliche Portionen von Hagebutten/ getrockneten Karotten/ Rote Beete/ Äpfel/ ab morgen Kürbis (alles in Maßen, beim Auslauf auch mal eher als LEckerlie als als tatsächlichen größeren Futterbestandteil) und Knabberzweige Äpfel/ Birne. Zwischendurch habe ich auch die Heucobs oder die Kräuterlinge von Hansemann - die mögen sie auch gern und tragen sie im ganzen Käfig rum, um sie überall zu zerfuttern.

Bisher bekommen sie auch noch Pellets - ich habe sie auf die getreidefreien Hansemann-Pellets umgestellt - allerdings rühren sie die kaum noch an. Die Saatenmischung habe ich mitbestellt und bin jetzt unsicher, ob ich sie schon in kleinen Mengen zufüttern soll oder noch warten? Ab und an habe ich ihnen schon eine einzelne Komponenten aus der Saatenmischung aus unserem Gewürzregal zum probieren gegeben (z. B. Fenchel) - sie wissen wohl noch nicht so recht, aber morgens war es weg.

Soll ich die Saaten schon zufüttern oder erst wenn die Pellets ganz wegfallen? Fehlt ihnen was wenn sie die nicht mehr fressen, aber keine Saaten bekommen? Bin da etwas verunsichert....
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Murx Pickwick
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BeitragThema: Re: Frage zu Pellets, Saaten und Futtererweiterung   01.04.15 5:48

Die aromatischen Saaten, wie Fenchel, Anis, Ajowan, Kümmel, Schwarzkümmel, Kreuzkümmel etc sollten immer im Angebot sein. Die Chins fressen davon auch nicht zuviel, da sie diese Sämereien nur fressen, wenn sie die für ihre Gesunderhaltung brauchen. Das ist also kein Futter in dem Sinne, sondern Medizin zur Selbstmedikamentation.
Es gehören nicht nur Sämereien in diese Gruppe, sondern auch eine Reihe weiterer Früchte, Rinden und Wurzeln.
Man braucht da nicht alle aromatischen Sämereien anbieten, es reicht schon eine Auswahl ... allerdings gibts einige Sämereien, die besonders wichtig sind, daß sie im Angebot sind:

Schwarzkümmel: Es ist mit Abstand das wirkungsvollste Medikament, was den Darmtrakt angeht und wird oft vorbeugend gefressen. Probleme mit Sämereien können mit Schwarzkümmel von den Chins selbst kuriert werden. Schwarzkümmel scheint auch gut fürs Immunsystem zu sein.

Gewürznelken:
Es ist das wirkungsvollste Schmerzmittel, wenn es Probleme mit Kiefer und Zähnen gibt, da sie Eugenol, ein hochwirksames Schmerzmittel, enthalten. Gewürznelken werden meist auch nicht gefressen, sondern nur bei Bedarf lange gekaut und dann ausgespuckt - die Chins wissen also, wie sie mit den Gewürznelken umgehen müssen.
Aber selbst wenn die Gewürznelken gefressen werden, ist das kein Problem, sie sind für Chins genauso unbedenklich, wie für uns Menschen.

Zimt (Rinde, "'Zimtblüten" (sind eigentlich die Früchte), getrocknete Blätter):
Auch Zimt enthält Eugenol, die getrockneten Blätter enthalten sogar deutlich mehr Eugenol, wie Gewürznelken - man bekommt die Blätter jedoch so gut wie nie. Die Zimtrinde, welche man als Gewürz kaufen kann, regt die Magensaftausschüttung an, regt die Darmbewegung an, ist hilfreich bei einer ganzen Reihe von schädlichen Hefen und Bakterien im Darm, regelt den Blutzuckerspiegel bei Diabetes II (und wird von Chins tatsächlich fast regelmäßig gefressen, wenn sie Diabetes mellitus haben) und unterstützt jegliche Darmkräuter.
Gerade Zimtrinde ist oft hochbelastet, was Pestizide und Co angeht, deshalb sollte nur Biozimtrinde angeboten werden - da man meist nur eine Zimtrinde im Jahr braucht (sie wird nur selten angerührt - wenn sie aber gefressen wird, ist es dringend nötig), sollte das nicht zu teuer sein.

Wacholderbeeren:
Sie wirken wohltuend auf das Atmungssystem, ausschwemmend und regt die Nieren an, besser zu arbeiten. Gerade bei Vergiftungen, wo das Gift über die Nieren ausgeschieden werden muß, sind sie notwendig. Chins können Blasenentzündungen mithilfe von Wacholder schon in der Entstehung behandeln, mit Wacholder passiert es nur extrem selten, daß eine Blasenentzündung so schlimm wird, daß mit AB behandelt werden muß.

Ölsaaten können auch schon angeboten werden, wenn noch Pellets viel gefressen werden, sie erleichtern die Umstellung und bieten viele ungesättigte Fettsäuren, welche für Chins lebensnotwendig sind, aber in Pellets viel zu wenig enthalten sind. Allerdings sollte man hier mit der Einführung halt besondere Sorgfalt walten lassen, bei mir hat es sich bewährt, einfach eine Ölsaat nach der anderen einzuführen, also beispielsweise erst Leinsaat, dann eine Woche später Sesam usw usf ... andere bieten gleich bewährte Ölsaatenmischungen an, geht auch.
Ölsaaten sind Kraftfutter, genau wie Pellets auch ... geht durch die Ölsaaten der Konsum der Kräuter zurück, muß rationiert werden, dann können die Chins nicht mit umgehen und fressen zuviel davon.
Ein anderer Weg ist es, die Ölsaaten einfach mit Sand zu mischen und in einer Wanne anzubieten, so müssen sich die Chins die Ölsaaten mühsam erarbeiten - was sie daran hindert, zuviele davon aufzunehmen. Dann braucht auch nicht rationiert zu werden.

Mit den Mehlsaaten gibts noch die meisten Probleme, denn Mehlsaaten sind auch in Pellets enthalten und können über diese unnatürliche Darreichungsform zu Unverträglichkeiten führen. Sie sollten als letztes eingeführt werden - die meisten Chins kommen auch ohne Mehlsaaten prima zurecht. Ich hatte ein Chin, was ohne Mehlsaaten abnahm ... das muß man einfach an den eigenen Chins beobachten, ob und wieviel sie von den Mehlsaaten vertragen oder ob sie die sogar brauchen.

Hülsenfruchtsamen enthalten eine Reihe von Wirkstoffen, die Blähungen fördern können. Einige Chins reagieren zudem überempfindlich auf Hülsenfruchtsamen. Sie sollten erst ins Angebot, wenn Klee und Kohl vertragen wird.
Andererseits sind gerade bei den Hülsenfruchtsamen eine Mengen heilender Samen enthalten ... es gibt also keinen Grund, gar keine Hülsenfruchtsamen anzubieten, sondern im Gegenteil, irgendwann gehören auch sie ins Angebot.

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Elch208
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BeitragThema: Re: Frage zu Pellets, Saaten und Futtererweiterung   02.04.15 20:08

Hallo, super, vielen Dank - jetz bin ich wieder ein bisschen schlauer und beruhigt, dass ich die kleinen Mägen nicht völlig durcheinander bringe.
Das Zufüttern der Gewürze finde ich sehr interessant - das ist mir bislang noch nicht begegnet.
Dann werde ich mal anfangen den Jungs ein paar Saaten anzubieten. Gekauft habe ich die Mischung, aber gerade Sesam, Fenchel und Leinsaat habe ich auch in der Küche, dann lange ich erst mal da zu. Bin sehr gespannt - die Reaktionen auf alles neue sind ja schon immer sehr unterschiedlich und reichen von verächtlichem "Was soll das sein"-Blick bis zu gierigem Verschlingen.Also, nochmals danke für die ausführliche Antwort!
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Murx Pickwick
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BeitragThema: Re: Frage zu Pellets, Saaten und Futtererweiterung   03.04.15 13:43

Lange Zeit dachte man, es würde reichen, wenn man nur das verfüttert, was die Tiere viel fressen ... erst neuere Wildtierbeobachtungen zeigen jedoch zunehmend, daß immer geringe Mengen an Pflanzen mit sehr hohem Wirkstoffgehalt aufgenommen werden, die als Futterpflanzen überhaupt nicht taugen oder sogar in größeren Mengen für die Tiere giftig sind. Sie sind genauso wie die Futterpflanzen notwendig zur Gesunderhaltung.

Beobachtet man, wie wir uns ernähren, nehmen auch wir solcherart Pflanzen auf - und auch immer nur in sehr geringer Menge: Und nun sind wir auch schon bei den Gewürzen ... die haben unsere Vorfahren schon teils vor tausenden Jahren ausgetestet und in unser Nahrungsspektrum als Gewürz aufgenommen - niemand würde auf die Idee kommen, Pfeffer als Hauptspeise zu verspeisen, denn Pfeffer ist für uns giftig - aber als Prise packen wir uns den Pfeffer fast jeden Tag ins Essen, um das Essen bekömmlicher zu machen.

Die Chins benutzen diese aromatischen Pflanzenteile, die wir Gewürze nennen, ganz genauso ... nur daß sie normalerweise keinen Pfeffer anrühren und dafür anteilsmäßig mehr Schwarzkümmel oder Anis futtern, wie wir Menschen.
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