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 Nieters, M.: Der Rumpfdarm des Burunduk (Eutamias sibiricus, Laxm. 1769) : makroskopische und lichtmikroskopische Untersuchungen

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Flora
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BeitragThema: Nieters, M.: Der Rumpfdarm des Burunduk (Eutamias sibiricus, Laxm. 1769) : makroskopische und lichtmikroskopische Untersuchungen   21.11.12 22:16

Nieters, Markus: Der Rumpfdarm des Burunduk (Eutamias sibiricus, Laxm. 1769) : makroskopische und lichtmikroskopische Untersuchungen.
Dissertation, Justus-Liebig-Universität Gießen , 2003.

Link: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2003/1129/pdf/NietersMarkus-2003-04-08.pdf


Zitat :
Abstract

In der vorliegenden Arbeit wurde der Rumpfdarm des Burunduks (Eutamias sibiricus), eines Erdhörnchens aus der Familie der Sciuridae, an 12 Tieren makroskopisch und an 3 Tieren lichtmikroskopisch untersucht.

Der Oesophagus besteht aus einem kurzen Hals-, langen Brust- und sehr kurzen Bauchteil. Seine drüsenlose Schleimhaut trägt ein mehrschichtig unverhorntes Plattenepithel und die Tunica muscularis besteht durchgehend aus quergestreifter Muskulatur.

Der einhöhlige und einfache, nur mit Drüsenschleimhaut ausgestattete Magen hat im leeren und mäßig gefüllten Zustand die Form eines gekrümmten Sackes, der intrathorakal gelegen ist. Bei stärkerer Füllung dehnt er sich links und ventral in die Regio abdominis media aus. Glandulae cardiacae kommen nur in einem schmalen Streifen am Mageneingang vor. Der Fundus und der gesamte Korpusbereich sind mit Glandulae gastricae propriae und die Pars pylorica ist mit Glandulae pyloricae besetzt. Das große Netz umhüllt von ventral und zum Teil von lateral her einen unterschiedlichen Teil des Darmkonvolutes.

Der Darmkanal ist mit durchschnittlich 781 mm Länge etwa 6,5-mal so lang wie der Körper. Das Längenverhältnis von Dünndarm zu Dickdarm beträgt 64 % zu 36 %.

Das Duodenum zeigt die typische Form eines kranial offenen Hufeisens. Es besteht aus Pars cranialis, Flexura cranialis, Pars descendens, Flexura caudalis und Pars ascendens und ist mit dem Colon neben der Plica duodenocolica noch durch eine Plica duodenocolica accessoria verbunden. Bis auf die kaudalen 15 % besitzt das Duodenum Glandulae submucosae. Der Anfang des durchschnittlich 420 mm langen Jejunum liegt dorsal, links neben der Gekrösewurzel. Der größte Teil der Jejunalschlingen befindet sich jedoch vorwiegend rechts und ventral der Regio abdominis media und des kranialen Bereichs der Regio abdominis caudalis. Partielle Verlagerungen nach links, kranial oder kaudal kommen in Abhängigkeit vom Füllungszustand des Caecum vor. Das durchschnittlich 22 mm lange Ileum liegt parallel, quer oder diagonal zur Körperachse in halber Höhe in der Regio abdominis media. Es wird ventral von Caecum, Colon ascendens- oder Jejunumschlingen unterlagert; dorsal liegen Duodenum, Colon descendens oder z. T. auch Jejunumschlingen auf. Das Caecum ist wie bei anderen Nagern stark ausgebildet und unterschiedlich kreisförmig aufgerollt. Es liegt bei den meisten Tieren hauptsächlich links in der Regio abdominis media.

Das Colon ascendens ist etwa genau so lang wie der gesamte Tierkörper und zeigt einen arttypischen Verlauf in Form der Ansa proximalis coli und zwei 'Parallelschlingen', Ansa medialis coli und Ansa distalis coli, die in der rechten Hälfte der Bauchhöhle gelegen sind.

Aus der zweiten Parallelschlinge geht das nur sehr kurze Colon transversum hervor, das kranial von der Gekrösewurzel nach links zieht und hier ins hoch dorsal in der Bauchhöhle nach kaudal verlaufende Colon descendens übergeht. Verglichen mit anderen Nagern zeigt das Colon einen relativ einfachen Bau. Das Rectum besitzt nur ein sehr kurzes Gekröse und eine Ampulla recti ist kaum ausgebildet. Der Anus besitzt Zirkumanaldrüsen. Eine Besonderheit stellen die Noduli lymphatici solitarii des Colon dar, die von Oberflächenepithel begrenzte Schleimhauthohlräume (Lymphkrater) umgeben.

Aufgrund des anatomischen Baus des Rumpfdarmes und der ernährungsphysiologischen Erkenntnisse muß festgestellt werden, daß der Burunduk kein reiner Herbivore ist, sondern ein Omnivore, der auf die Aufnahme tierischen Eiweißes angewiesen ist.

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Es grüßt Flora mit den Plüschbällchen Luise, Tobi, Kevin, Mathilda und Stuart großes Herz 

Tierquälerei beginnt schon bei der Missachtung der natürlichen Bedürfnisse von Tieren.
Prof. Dr. Helmut Pechlaner
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